Reisebericht zum Karakorum Trekking in Pakistan

Am Morgen genossen wir zum ersten Mal ein typisches Trekking-Frühstück, wie es für die kommende Zeit alltäglich werden wird, in unserem geräumigen Essenszelt. Dann wurde auch bereits das gesamte restliche Gepäck verpackt und für den Abtransport vorbereitet. Ab jetzt hieß es immer tiefer hinein in die abgeschiedene Bergwelt des Karakorums mit der Trekkingroute: von Askole über die Camps Jhola, Paju, Khorburtse, Urdukas und Camp Gore II zum Concordia-Platz. Die ersten Trekkingtage waren äußerst anstrengend – die extreme Sonneneinstrahlung und das warme Klima waren unerwartet und machten die Tour bis Paju zur wahren Herausforderung. Dort erwartete uns ein traditioneller Ruhetag, an dem unsere Träger ihr Chapati (einheimische Brotfladen) für die kommenden Tage vorbereiteten. 

Denn in den nächsten Tagen, wenn es dann direkt auf den Gletscher geht, werden die Möglichkeiten begrenzter. Den Tag in Paju nutzen wir bei strahlendem Sonnenschein, um uns nochmal ausgiebig zu waschen, die Kleidung zu trocknen und das Gepäck vorzubereiten. In der Ferne konnten wir bereits verheißungsvoll den riesigen Baltoro-Gletscher erspähen und auch die berühmten Felsnadeln der Trango-Türme schienen nur so auf unser Ankommen zu warten.

Am Folgetag ging es dann auch schon weiter und innerhalb von nur zwei Stunden gelangten wir zum riesigen Gletschermund des Baltoro, dort wo der Braldu-Fluss, welcher später bei Skardu in den berühmten Indus fließt, seinen Ursprung hat. Der Aufstieg auf den geröllbeladenen Gletscher war nicht ohne. Wir begannen im wilden Zickzack und stetigen auf und ab, den optimalen Weg über den mit Schutt beladenen Eisriesen zu suchen. Nur an wenigen Stellen funkelte hier das tiefblaue Wesen des Gletschers hervor. Unser Guide Fida verriet uns, dass dieser Weg jeden Sommer nach den starken Veränderungen des Gletschers über den Winter neu erschlossen werden muss.

So hob sich dies Tagestour auf dem Gletscher bedeutend von den Wanderungen der Vortage ab. Auch wenn heute verhältnismäßig wenig Höhenmeter zwischen Ausgangspunkt und dem Ziel zu überwinden waren, war die Tour insgesamt beschwerlich. Im Anschluss arbeiteten wir uns Tage lang mit einmaligen Ausblicken auf die vielen eindrucksvollen 6.000er und 7.000er Berge und unzähligen Nebengletscher, welche sich rechts und links von uns auf den Baltoro schieben, hinauf Richtung dem Highlight des Trekkings.

Das Camp Gore II war dann das erste Camp, bei welchem wir direkt auf dem Gletscher übernachteten – kleine Steinmauern schützten dabei unser Camp vor den eisigen Winden. Wie jeden Tag, sind auch heute bereits die Träger und Köche vor uns im Camp eingetroffen und schon fleißig bei der Arbeit. So gut wie immer waren die Zelte schon aufgebaut und das Gepäck stand bereits für uns bereit. 

Ebenso war das Verpflegungszelt aufgebaut und heißes Wasser für Tee und Kaffee standen schon auf dem Tisch. Der Service des stets umsichtigen Begleitteams war schon extrem beeindruckend. Mit so viel Komfort mitten in diesem abgelegenen Hochgebirge hätte ich nicht gerechnet.

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