Ghana Reisen – alle Informationen zum westafrikanischen Land

Die Besiedlung des heutigen ghanaischen Staatsgebiets erfolgte vermutlich vor mehreren zehntausend Jahren. Die ältesten Keramikfunde werden auf ein Alter von 5.800 Jahren geschätzt. Die als indigen geltenden Bevölkerungsgruppen wanderten wohl ab dem 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Norden ein. Ab 1.300 nach Christus gründeten die westafrikanischen Akan-Völker in den Regenwaldzonen südlich der von islamischen Reiterheeren eroberten Savannengebiete mehrere Reiche. In Zentralghana entwickelte sich nach 1600 das schließlich in ganz Ghana dominierende Aschanti-Reich, das sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gegen Angriffe britischer Kolonialarmeen behaupten konnte. 

Bereits 1874 erklärte Großbritannien den Küstenstreifen Ghanas zur Kronkolonie. Jedoch gelang es den Briten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts und nach insgesamt vier Kriegen, die im Binnenland Ghanas ansässigen Aschanti zu unterwerfen. Die Annektion der „Nördlichen (Aschanti-) Territorien“ erfolgte durch die britische Kolonialmacht im Jahr 1901. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich ab 1947 unter Kwame Nkrumah eine Autonomiebewegung, die am 6. März 1957 in die Unabhängigkeit der bisherigen britischen Kronkolonie Goldküste und des UN-Treuhandhandgebiets Britisch-Togoland unter dem Namen Ghana mündete. Mit der Unabhängigkeit wurde auch das Frauenwahlrecht eingeführt. 

Ghana war das erste Land Afrikas, das von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Die Namensbezeichnung „Ghana“ stammt von einem antiken „Reich Ghana“, das abertausende Kilometer entfernt im Nordwesten des heutigen ghanaischen Staatsgebiets lag und keinen inhaltlichen Bezug zum heutigen Ghana aufweist. Die Zeit nach der Gewinnung der Unabhängigkeit 1957 lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen: Zwischen 1966 und 1981 kam es in Ghana zu insgesamt fünf Miltärputschen. 

Erst ab Mitte der 1980er Jahre gelang mit Unterstützung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank eine wirtschaftliche Stablisierung. Jerry Rawlings, der Militärputschist von 1981, gab Ghana im Jahr 1992 eine demokratisch orientierte Verfassung, die unter anderem Gleichheit vor dem Gesetz, Presse- und Meinungsfreiheit sowie freie Wahlen garantiert. Das bis dahin existierende Ein-Parteien-System wurde aufgehoben, ein Mehr-Parteiensystem eingeführt. 

Heute gilt Ghana, das in verschiedenen internationalen Organisationen aktiv mitwirkt, als Stabilitätsanker in Westafrika. Nicht zufällig stammte der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan aus Ghana. Die Außenpolitik des Landes ist westlich orientiert.

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