Hitzetraining bedeutet, gezielt bei hohen Temperaturen zu trainieren, um den Körper an die Hitze zu gewöhnen. Typischerweise liegt der Fokus darauf, die physiologischen Anpassungen zu fördern, die den Umgang mit Hitze erleichtern. Dazu zählen unter anderem:
- Verbesserte Schweißproduktion: Der Körper lernt, effektiver und früher zu schwitzen, um die Körpertemperatur besser zu regulieren.
- Erhöhtes Blutplasmavolumen: Mehr Blutplasma verbessert die Durchblutung und den Sauerstofftransport, was wiederum die Ausdauer steigern kann.
- Geringere Herzfrequenz unter Belastung: Mit der Zeit wird die Herzfrequenz bei gleicher Leistung sinken, da der Körper effizienter arbeitet.
Warum kann Hitzetraining für Rennradfahrer sinnvoll sein?
Rennradfahrer profitieren von Hitzetraining in mehrfacher Hinsicht:
- Anpassung an Wettkampfbedingungen: Rennen wie die „Vuelta a España“ oder das „Cape Epic“ finden oft unter extrem heißen Bedingungen statt. Wer seinen Körper vorher an diese Herausforderungen gewöhnt, hat einen klaren Vorteil.
- Verbesserte Leistung bei moderaten Temperaturen: Studien zeigen, dass Hitzetraining auch bei kühleren Bedingungen die Leistungsfähigkeit steigern kann. Der Körper wird insgesamt effizienter.
- Mentale Stärke: Hitzetraining fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Wer lernt, mit dem Unwohlsein in der Hitze umzugehen, wird mental robuster.
Die Wissenschaft hinter Hitzetraining
Hitzetraining ist kein Mythos – es gibt zahlreiche Studien, die seine Effektivität belegen:
Eine Studie zeigt, dass Hitzetraining die aerobe Leistung verbessert. Dies führt zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung der Muskeln und einem Anstieg der VO2max, der maximalen Sauerstoffaufnahme.
Laut einer Publikation im Journal of Applied Physiology kann Hitzetraining die Schweißrate und die Schweißzusammensetzung optimieren. Dadurch wird der Elektrolytverlust reduziert, was die Ermüdung verzögert.
Eine Meta-Analyse hebt hervor, dass Athleten nach nur 8-14 Tagen Hitzetraining signifikante Verbesserungen in ihrer thermischen Toleranz zeigen. Kürzere Anpassungszeiten sind ebenfalls hilfreich, aber weniger effektiv
Wie funktioniert Hitzetraining praktisch?

Für Rennradfahrer gibt es verschiedene Möglichkeiten, Hitzetraining in den Trainingsalltag zu integrieren:
1. Training im Freien bei Hitze
Nutze heiße Tage im Sommer, um dich gezielt den Bedingungen auszusetzen. Achte dabei auf eine moderate Intensität, besonders zu Beginn.
2. Indoor-Training mit erhöhter Temperatur
Ein Smart-Trainer in einem warmen Raum kann gezielt genutzt werden, um klimatische Bedingungen zu simulieren. Dabei reichen Temperaturen von 30-35 °C, um den Effekt zu erzielen.
3. Sauna und passive Hitzeanpassung
Auch Saunagänge können den Körper an Hitze gewöhnen. Kombiniert mit leichtem Training davor oder danach, kannst Du die Anpassungen weiter fördern.
Mit dem Rennrad durch die Hitze: 7 goldene Regeln für heiße Tage

Früh starten oder spät trainieren
Die Morgen- und Abendstunden sind im Sommer ideal, da die Temperaturen noch moderat sind. Plane deine Ausfahrten so, dass du die Mittagshitze vermeidest.Hydration ist alles
Trinke nicht erst, wenn der Durst kommt. Eine gute Hydration beginnt bereits am Vortag. Während der Fahrt solltest du mindestens 0,5 Liter pro Stunde trinken – bei sehr hohen Temperaturen sogar mehr.Leichte Kleidung wählen
Atmungsaktive und helle Kleidung reflektiert die Sonne und sorgt dafür, dass dein Körper nicht zusätzlich aufgeheizt wird. Eine Mütze unter dem Helm schützt deinen Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung.Pausen einlegen
Plane unterwegs kurze Stopps im Schatten ein. Diese Erholungsmomente helfen deinem Körper, sich zu regenerieren.Sonnenschutz nicht vergessen
Eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist bei Sommerausfahrten unerlässlich. Achte darauf, auch Nacken, Ohren und die Handrücken einzucremen.Route mit Bedacht wählen
Flache Strecken oder Touren mit schattigen Passagen in Wäldern sind bei Hitze angenehmer als endlose Anstiege in der prallen Sonne.Auf die Signale des Körpers hören
Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit können Anzeichen von Überhitzung sein. Höre auf deinen Körper und reduziere das Tempo, wenn nötig.
Hitzetaugliches Rennradfahren: Ausrüstung, Technik und Ernährung im Überblick
Die richtige Ausrüstung spielt bei heißen Temperaturen eine entscheidende Rolle. Achte auf folgende Punkte:
- Flüssigkeitsversorgung: Ein Trinkrucksack oder Flaschenhalter mit Platz für zwei Flaschen hilft dir, ausreichend Wasser mitzunehmen. Ergänze deine Getränke mit Elektrolyttabs, um den Mineralstoffverlust auszugleichen.
- Luftige Kleidung: Mesh-Trikots und ärmellose Modelle sind perfekt für heiße Tage.
- Ernährung: Greife zu leicht verdaulichen Snacks wie Energieriegeln oder Bananen. Bei langen Ausfahrten kannst du auch Gels verwenden, die speziell für Ausdauertraining entwickelt wurden.
Hitze-Training mit dem Rennrad: 5 Profi-Tipps für heiße Tage
- Vorbereitung ist alles: Gewöhne deinen Körper schrittweise an hohe Temperaturen, indem du kürzere Fahrten in der Hitze einplanst, bevor du dich längeren Touren widmest.
- Kühles Nass: Ein Buff-Schal, welchen Du unterwegs mit Wasser befeuchtest und auf deinen Nacken legst, kann für Abkühlung sorgen.
- Elektrolyte auffüllen: Nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte sind essenziell. Plane daher regelmäßige Snacks ein, um Salze und Mineralstoffe aufzufüllen.
- Hitze clever nutzen: Nutze die heißen Bedingungen für kurze, intensive Trainingseinheiten. Diese fördern die Hitzeakklimatisierung besonders effektiv.
- Nachbereitung: Gib deinem Körper nach der Fahrt genügend Zeit, sich zu erholen. Ein erfrischendes Bad oder eine kühle Dusche hilft dir, wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.
Hitzetraining auf dem Rennrad ist eine Herausforderung, die dich nicht nur körperlich, sondern auch mental stärkt. Mit der richtigen Vorbereitung, einer angepassten Strategie und etwas Vorsicht kannst du heiße Tage optimal nutzen und dein persönliches Limit verschieben.
