Was Rennradfahrer über die Kraft der natürlichen Ernährung wissen sollten 🚴🥬 — myvelo.de

Ein Thema, das zunehmend Beachtung findet, sind Bitterstoffe – längst aus vielen modernen Lebensmitteln herausgezüchtet, aber für Ausdauersportler potenziell hochinteressant. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie weit kommt man mit natürlicher Ernährung – und ab wann sind Supplemente sinnvoll?


Die Basis: Was Rennradfahrer wirklich brauchen

1. Makronährstoffe: Energie für die langen Strecken

  • Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle – insbesondere bei Ausdauerbelastung über 90 Minuten. Vollkornprodukte, Haferflocken, Datteln, Bananen oder Reis liefern langkettige, stabile Energie.

  • Eiweiße sind wichtig für Regeneration, Muskelerhalt und Enzymfunktionen. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte, Quinoa oder Nüsse sind sinnvoll, ergänzt durch hochwertige tierische Produkte (Eier, Joghurt, Fisch).

  • Fette, insbesondere ungesättigte Fettsäuren (z. B. aus Leinöl, Walnüssen, Avocado), tragen zur hormonellen Balance und Zellgesundheit bei.

2. Mikronährstoffe: Die oft unterschätzten Helfer

Magnesium, Eisen, Zink, B-Vitamine, Vitamin D, Kalium – diese und viele andere Mikronährstoffe sind entscheidend für:

  • Muskelkontraktion

  • Sauerstofftransport

  • Regeneration

  • Immunsystem

Wer regelmäßig schwitzt, verliert viele dieser Stoffe. Sie über die normale Ernährung zu decken, ist möglich – aber nicht immer einfach.


Bitterstoffe: Das vergessene Element der Sporternährung

Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in Gemüse, Kräutern und bestimmten Früchten vorkommen. Sie schmecken – wie der Name sagt – bitter, und wurden deshalb aus vielen modernen Sorten herausgezüchtet. Dabei bieten sie enorme Vorteile:

  • Stimulieren die Verdauung: durch Anregung von Speichel, Magensaft, Galle und Enzymen

  • Verbessern die Nährstoffaufnahme: gerade bei fettreichen oder proteinreichen Mahlzeiten

  • Regulieren den Appetit: insbesondere Heißhunger auf Zucker

  • Unterstützen Leber und Entgiftung

  • Können die Darmgesundheit fördern

Wo kommen Bitterstoffe natürlicherweise vor?

LebensmittelBitterstoff
RucolaGlucosinolate
ChicoréeLactucopikrin
GrapefruitNaringin
ArtischockeCynarin
IngwerGingerole
LöwenzahnTaraxacin
WermutAbsinthin

Wann machen Bitterstoffe Sinn?

Bitterstoffe lohnen sich besonders:

  • vor dem Training (kleine Dosis): zur Anregung der Verdauung, wenn man mit leichtem Magenproblem kämpft

  • nach dem Training: zur Unterstützung der Leber beim Abbau von Laktat und Entzündungsstoffen

  • im Alltag: zur langfristigen Optimierung von Appetit, Insulinempfindlichkeit und Darmgesundheit


Natürliche Ernährung vs. Supplemente: Was reicht – und wann braucht man mehr?

Ernährung zuerst!

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn, hochwertigen Ölen, fermentierten Lebensmitteln (z. B. Sauerkraut), Kräutern und bitterstoffreichen Lebensmitteln deckt viele Bedürfnisse.

Beispiele für sportlergerechte Mahlzeiten:

  • Frühstück vor der Fahrt: Haferbrei mit Banane, Nüssen und Zimt

  • Snacks unterwegs: Reiswaffeln mit Mandelmus, Trockenfrüchte, selbstgemachte Energiebällchen

  • Regeneration: Linsensalat mit Rucola, Avocado und Ei

  • Entzündungshemmung: Kurkuma-Shot oder Ingwertee mit Zitrone

Wann sind Supplemente sinnvoll?

Trotz bester Planung kann es Lücken geben. Hier ein Überblick:

BedarfMögliche SupplementeHinweise
Ausdauer + RegenerationElektrolyte, Magnesiumcitrat, BCAAbei hoher Schweißrate oder Trainingslagern
ImmunsystemVitamin D, Zink, Omega-3besonders im Winter
VerdauungBitterstofftropfen, Enzymebei Magenproblemen oder Blähbauch
EisenmangelEisenpräparate nur nach Blutbild! Häufig bei Frauen

👉 Studie: Dietary supplements and sports performance: minerals (2005)


Fazit: Bitterstoffe – mehr als nur ein Trend

Für Rennradfahrer, die ihre Leistung ganzheitlich steigern wollen, sind Bitterstoffe ein oft übersehener Schlüssel: Sie verbessern die Nährstoffaufnahme, helfen bei der Verdauung, stabilisieren den Appetit und können die Regeneration unterstützen.

Gleichzeitig zeigt sich: Wer auf eine abwechslungsreiche, natürliche Ernährung achtet, kann viele Bedürfnisse des Körpers auf ganzheitliche Weise decken – und Supplemente gezielt und sinnvoll ergänzen, statt auf einen “Cocktail aus Dosen” zu setzen.


Praxistipps für Deinen Alltag:

  • 🍃 Baue täglich mindestens ein bitteres Lebensmittel ein (z. B. Rucola oder Grapefruit)

  • 💧 Nimm Bittertropfen (z. B. aus Artischocke, Enzian oder Wermut) 15 Minuten vor dem Essen

  • 🥗 Iss bunt und saisonal – Vielfalt ist der beste Mikronährstoff-Booster

  • 🧪 Lass regelmäßig ein Blutbild machen, wenn Du intensiv trainierst